Sonntag, 22.08.2010 (Quelle: Weilburger Tageblatt)
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Der Sport zum Sonntag von Andrè Bethke
Es gibt Entscheidungen, mögen sich auch satzungskonform sein, die nicht nur auf den
ersten Blick ungerecht sind. Dazu zählt auch ein Fall aus der Fußball-A-Liga Limburg-Weilburg.
Dort hatte der TuS Linter vergangenen Sonntag schon mit 3:0 beim TuS Obertiefenbach geführt,
ehe Schiedsrichter Schmitz (Greifenstein) die Partie nach starken Regenfällen wegen
Unbespielbarkeit des Hartplatzes abbrach. Das Ungerechte, so wird es auf alle Fälle der
beim starken Aufsteiger dicht vor einem Sieg stehende TuS Linter sehen, ist die Tatsache,
dass die Begegnung wiederholt wird und dann bei 0:0 beginnt. Wäre es da nicht gerechter,
die verbleibenden 31 Minuten beim Stand von 0:3 fertig zu spielen? Anreisen müssen die
Limburger Vorstädter so oder so. Wie auch immer. Die Satzung sieht es anders. Die Obertiefenbacher
Presse- wartin Diana Süss meinte nach dem Abbruch: "Eigentlich hätte die Partie gar nicht
angepfiffen werden dürfen." Für Winfried Rexroth kam der Abbruch überraschend. In einer
Mail an die Sportredaktion schreibt der Zuschauer aus dem Lager des TuS Linter: "Überraschend
wegen des Zeitpunktes sowie der Tatsache, dass es im Vergleich zum Spielbeginn zwar stärker
regnete, die Platzverhältnisse aber nicht wesentlich schlechter waren als zuvor. Es wäre
sicherlich von beiden Seiten mit Verständnis aufgenommen worden, das Spiel von vornherein
erst überhaupt nicht anzupfeifen. Auch als der Schiedsrichter nach der Halbzeit aus der
Kabine kam, war trotz des zu diesem Zeitpunkt stärkeren Regens ein Abbruch kein Thema."
Sehr verwunderlich und aus Rexroths Sicht "nicht regelkonform ist es aber, dass nicht
alle Maßnahmen wie kurzzeitige Unterbrechung und Platzarbeiten wie zu Beginn des Spieles
ausgeschöpft wurden, um zu einem regulären Ende dieser Partie zu kommen." Seine Sicht
der Dinge untermauert er mit Paragraf 47 der Spielordnung, "Berechtigung zum Spielabbruch".
Darin heißt es: "Zum Abbruch eines Spiels ist der Schiedsrichter erst berechtigt, wenn
alle Möglichkeiten zu einer Fortsetzung ausgeschöpft sind." Dies sei aber nicht der Fall
gewesen, behauptet Winfried Rexroth: "Tatsache ist, dass es unmittelbar nach dem Abpfiff
kaum mehr regnete und es seitens des Schiedsrichters und der Heimmannschaft keine Bemühungen
gab, das Spiel noch fortzusetzen. Vielmehr war zu registrieren, dass sich der Schiedsrichter
und die Spieler aus Obertiefenbach schnell in ihre Kabinen verzogen und unmittelbar mit dem
Platzabbau begonnen wurde. Aus Sicht der Obertiefenbacher mehr als verständlich. Deprimierend
war aber, dass die Spieler und ein Verein solch eine Entscheidung ohnmächtig entgegen nehmen
müssen, mit dem Wissen, dass erfahrungsgemäß auch ein Einspruch sinnlos wäre." (bk)
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