Meisterportrait Weilburger Tageblatt, von André Bethke.

LIMBURG-WEILBURG Man müsste die Tabellen seit Gründung des Fußballkreises im Jahr 2000 durchblättern, um sicher zu gehen. Aber das Risiko, auch so zu behaupten, dass der TuS Obertiefenbach der früheste Meister der Geschichte ist und falsch zu liegen, ist sehr gering

In Erinnerung ist da im ersten Moment die Rekordsaison der damaligen SpVgg. Hadamar in der einstigen Bezirksliga. Die Fürstenstädter tüteten den Titel in der Spielzeit 06/07 allerdings „erst“ am 29. Spieltag ein, einen Durchgang später, als es die „Bienen“ in der vergangenen Runde der A-Liga taten.

Zwei Männer die schon aus Hadamarer Tagen wissen, wie sich eine frühe Meisterschaft anfühlt, sind Daniel Alves und Michael Tovornik, die damals von den SF Eisbachtal in die Fürstenstadt gewechselt waren. Und weil beide Obertiefenbacher Eigengewächse sind, fanden sie den Weg zurück in den Beselicher Ortsteil. Tovornik früher als Alves. Der kehrte dann vor der nun beendeten Saison gemeinsam mit Julien Horner, ebenfalls ein Obertiefenbacher Bub, als Teil des Spielertrainerduos zurück zu den Wurzeln.

Allein mit dieser Personalie, aber auch mit der Rückholaktion weiterer ehemaliger Jugendspieler, die ihren Weg in höherklassigen Teams gemacht hatten, schwang sich der TuS Obertiefenbach zum absoluten Meisterschaftsfavoriten auf. Die Mannschaft wurde dieser Rolle gerecht. Und wie!

Kein Wunder, dass weder Alves noch Horner vom Titelgewinn überrascht sind: „Mit dem Potenzial der Mannschaft, war das Ziel klar definiert. Überraschend war da eher der frühe Zeitpunkt“, sagt Julien Horner. Sein Trainerkollege ergänzt: „Ab der Rückrunde war uns dann klar, dass es klappen wird.“ Kein Wunder: Die Hinserie hatte Obertiefenbach bei nur zwei Remis ohne Niederlage und mit sieben Punkten Vorsprung abgeschlossen. Bis zur Winterpause betrug das Polster bereits 18 Zähler.

Nach dem Aufstieg heißt das Saisonziel in der Kreisoberliga einstelliger Tabellenplatz

Bis dato hatte der TuS in 22 Spielen 82 Treffer erzielt und erst 17 Gegentore kassiert. Gibt es bei so viel Stärken der Mannschaft eigentlich überhaupt Schwächen? „Natürlich!“, sagen die Trainer und denken an die Fitness einiger Spieler und taktische Defizite. Die fielen aber nicht ins Gewicht. Auch die erste Niederlage am 8. März bei WGB Weilburg (0:1) brachte die Beselicher nicht mehr von ihrem Weg ab.

Vier Spieltage später, dem 3:0 im Spitzenspiel gegen den VfR 07 Limburg und dem 1:1 von WGB gegen die SG Oberlahn, duschten die Spieler mit Bier. Dass nun die Spannung nachließ und der Meister noch zwei weitere Niederlagen gegen Schlusslicht TuS Linter und die SG Oberlahn kassierte, ist nicht mehr als eine Randnotiz für den besten Sturm und die beste Abwehr der A-Liga.

Bei so viel Dominanz verwundert es nicht, dass sich der Aufsteiger in der neuen sportlichen Umgebung, in der der TuS Obertiefenbach zuletzt vor zehn Jahren kickte, nicht allein den Klassenerhalt als Ziel gesteckt hat. Zwar denken Horner und Alves nicht an den Durchmarsch, den zuvor schon viele Neulinge in der Kreisoberliga geschafft haben, doch ein einstelliger Tabellenplatz soll es schon sein. „Immerhin haben wir viele junge Leute und Spieler ohne Kreisoberliga-Erfahrung in der Mannschaft“, gibt Daniel Alves zu bedenken. Mit Michael Putz (SG Nord) kommt bislang ein neuer Akteur, der diese Spielklasse kennt. Weitere Neuzugänge gibt es keine, auch wenn Benjamin Lüpke (TuS Dietkirchen) ein weiterer Obertiefenbacher immer mal wieder ein Thema ist. „Wir können es auch verstehen, wenn Spieler höherklassig spielen möchten“, konstatiert Julien Horner aus eigener Erfahrung.

Höherklassig ist das Umfeld beim TuS Obertiefenbach. Dort haben die Verantwortlichen nach einem Dornröschenschlaf viel geändert und nach vorne gebracht. Der schlafende Riese ist aufgewacht.

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Diana Süss

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